VOM SONNENSTRAND INS HOCHGEBIRGE

KRETA

GRIECHISCHE GESCHICHTE AUF DER GRÖSSTEN INSEL DES LANDES

Im Herbst kann man auf Kreta noch einen ganz guten Badeurlaub verbringen und es tut immer gut, wenn man zu diesem Zeitpunkt nochmal abschalten kann. Unser Hotel befand sich Malia. Der Ort liegt im Norden östlich von Heraklion. Im Grunde typisch touristisch, mit vielen Hotels und den üblichen Einkaufsstraßen. Nun kann es im Herbst auch auf Kreta mal etwas bewölkt und regnerisch werden und jeden Tag Strandliege ist nun auch nicht das Wahre. Also mietet man sich ein Auto und erkundet mal die Gegend. Wir hatten uns ein festes Ziel ausgesucht und danach wollten wir etwas ziellos durch das Gebirge fahren. Nach dem Frühstück hatten wir den Mietwagen in Empfang genommen und wenig später ging es auch schon los. Unser festgesetztes Ziel war Spinalonga. Spinalonga ist eine Insel im Nordosten von Kreta, die eigentlich Kalydon heißt. Die Insel ist unbewohnt. Wir fuhren in den kleinen Ort Plaka, von da sind es nur 750m mit dem Boot zur Insel. Bereits in der Antike war die Insel zum Schutz des antiken Hafens von Olous befestigt. Auf den alten Ruinen errichteten die Venezianer ab dem späten 16. Jahrhundert eine mächtige Festung. Diese Festungsruine sieht man schon von Plaka aus über der kleinen Insel thronen. Von 1903 bis 1957 war die Insel auch Europas letzte Lebrakolonie. Die verlassene Lebrastation sieht man auf der Westseite der Insel und wird heute teilweise als kleines Museum betrieben. Die großen Touristenboote kommen auch zahlreich aus Agios Nikolaos und verstopfen erstmal den kleinen Anlegehafen im Süden. Ein Gewusel von Touristen und meine Laune sank etwas. Man kann die Insel einmal umrunden und auch auf die Festung klettern, ja es ist etwas beschwerlich. Die Menschenmassen verliefen sich dann etwas auf der Insel und so war der Aufenthalt doch recht angenehm. Wie das in der Hochsaison aussieht, will und kann ich hier nicht beurteilen. Ich fand auf der Insel schöne Motive von alten verfallenen und verlassenen Gebäude, eine sehr schönen Ausblick und türkisfarbens Wasser. Man sollte sich merken mit welchen Boot man übergesetzt hat, den bei der Abfahrt von der Insel, legen die Boote an, da wo Platz ist und der Skipper schreit einfach den Ortsnamen, wo er anlegt. Aber alles kein Problem, wir saßen wieder im Mietwagen und hatten erstmal die Karte ausgebreitet. Es sollte in die Berge gehen, das Lassithi-Plateau wäre doch ein Ziel? Aber die Straßenführung war gar nicht so einfach und den gleichen Weg zurück von Plaka wollten wir nicht unbedingt fahren. Also entschieden wir uns für eine andere Route. Es musste so kommen, wie ich es befürchtet hatte, statt in die Berge zukommen, hatten wir uns etwas verfahren und waren direkt an der Südküste von Kreta gelandet. Also wieder Karte raus, das Lassithi-Plateau wurde fallen gelassen und wir fuhren einfach durch das Dikti-Gebirge Richtung Malia. Unterwegs hielten wir an interessanten Ausblicken und in typischen Bergdörfern. Kauften Olivenöl und Raki, genossen einfach die Zeit. Das Gebirge erreicht mit dem Dikti eine Höhe von 2148m, also schon nicht schlecht, so war dann auch teilweise die Straßenführung. Man sollte sich schon auf das Fahren konzentrieren, auch bei der spektakulären Aussicht. Ein doch recht interessanter Tag, mit einer guten Fotoausbeute und vielen neuen Eindrücken und Informationen.