PORT OF TYNE | NEWCASTLE

Zum Frühstück, an Bord der Fähre von Amsterdam nach Newcastle, regnete es noch und kein Hund wollte vor die Tür bzw. auf das Außendeck. Doch zur Einfahrt in den Port of Tyne hörte es auf und ich schnappte mir die Kamera. Der Himmel sah spektakulär aus und das Licht durchbrach vereinzelt die Wolkendecke. Der Hafen von Newcastle liegt etwas flussaufwärts. Bei der Einfahrt hat man rechter Seite den Tynemouth Pier Lighthouse und linker Seite den South Shields Lighthouse, die von der Fähre aus, ein schönes Motiv abgeben. Hat man die beiden Leuchttürme passiert folgt auf der rechten Seite das Collingwood Monument und dahinter liegt das Tynemouth Castle. Danach folgen schnell die ersten Hafenanlagen, erst die Fischerei, bis man dann direkt im Industriehafen anlegt. Von hier aus ging es weiter nach Schottland und auch wieder zurück.

DURCH DEN SÜDEN VON ENGLAND BIS NACH CORNWALL

MALERISCHE GÄRTEN, KLEINE FISCHERDÖRFER, SCHROFFE KÜSTE

Stonehenge

Schon wieder stand ich an der Reling einer Fähre und blickte gespannt zur britischen Insel. Es waren die Kreidefelsen von Dover die meine Aufmerkssamkeit geweckt hatten. Malerisch erhaben, deuteten sie die Küste Englands an. Wir genossen diesen Anblick, denn der Rest des Tages sollte etwas hektischer werden. Das bekam man sofort im Hafen von Dover zu spüren. Es lief zwar alles seinen Gang, aber was da los ist an Verkehr, ist schon extrem. Unser erstes Ziel sollte Brighton sein. Wir fuhren schon durch Hastings und ich traute meinen Augen nicht, Menschenmassen über Menschenmassen. Das selbe sollte uns in Brighton blühen. Nun muss man dazu sagen, es war Sonntag und 28°C und der Engländer wollte bei diesem Superwetter ans Meer. Gefühlt halb London war zum Sonntagsausflug aufgebrochen. Naja was solls, rein ins Getümmel. Erstes Ziel war dieser kitschige Royal Pavilion, den Georg der IV. im indischen Stil erbauen ließ. Da wir schon voll im Kitsch waren, ging es gleich noch auf die Brighton Pier. Eigentlich wollte ich die West Pier ablichten, aber der Weg dahin war doch weiter, wie gedacht und bei diesen Menschenmassen und Temperaturen war die Lust verflogen. Die West Pier ist nur noch ein Gerüst, nach mehren Bränden und einer Sturmflut konnte nichts mehr gerettet werden. Als Fotomotiv aber sehr interssant, naja es sollte nicht sein. Ich war froh als wir diese doch recht schöne Bäderstadt, aber durch die Menschenmassen überhaupt nicht zur Wirkung kommend, verließen. Wir fuhren nach Southampton zur Übernachtung.

Heute sollte es etwas ruhiger zugehen, aber eigentlich hätte ich es ahnen müssen, Stonehenge stand auf dem Plan. Aber dazu gleich. Erstmal ging es nach Salisbury, wir schauten uns dort die Kathedrale, mit ihrer kunstvoll verzierten Westfassade an. Mit 123 Metern ist der Turm der Kathedrale der höchste Kirchturm Englands. Ansonsten ist Salisbury ein schöne mittelalterliche Stadt mit vielen Fachwerkhäusern. 13km in nördliche Richtung liegt Stonehenge. Es kam, wie es kommen musste. Erstmal Stau schon auf der Zufahrt, im Stop and Go erreichten wir den Parkplatz und da war meine Befürchtung vom Morgen. Was für Massen wieder. Ja ok, Stonehenge ist ein Touristenmagnet, aber als ich früh morgens in Southamton aus dem Hotelfenster schaute, sah ich zwei Kreuzfahrtschiffe liegen und es fuhr ein Bus nach dem anderen vor. Genau diese ganzen Busse standen jetzt auf dem Parkplatz und die Schiffpassagiere standen in einer langen Schlange an. Na das kann ja lustig werden. Bekomm ich da Stonehenge überhaupt ohne Menschen fotografiert? Rennen die alle kreuz und quer da rum? Meine Sorgen waren unbegründet. Wir mussten zwar etwas warten, eh wir in einen Shuttlebus kamen und die 2km bis zum Steinkreis zurückgelegt hatten, aber dort war dies wunderbar gelöst. In einem weitläufigen abgesperrten Weg ging es um den Steinkreis herum und ich konnte immer wieder schöne Aufnahmen machen ohne Menschen. Etwas in die Hocke gehen und es war noch besser. Das war wirklich gut gelöst. Man hatte sich dort auf diese Besuchermassen eingestellt und so war Stonehenge ein wunderbares Erlebnis. Direkt am Parkplatz gab es noch ein riesiges Mohnfeld, welches ebenfalls ein schönes Motiv abgab.

Unser Weg führte weiter nach Norden, nach Bath. In Bath gibt es heiße Thermalquellen und das wussten schon die Römer zu nutzen. Sie bauten Bäderanlagen, die man heute noch besichtigen kann. Von Bath aus ging es dann Richtung Cornwall in den äußersten Südwesten von England. Unterwegs machten wir in Wells halt. Wells ist die kleinste Stadt Englands aber hat eine imposante Kathedrale. Die Westfassade ist mit über 300 Statuen bestückt. In unmittelbarer Nähe der Kathedrale befindet sich die mittelalterliche Vicar's Close aus dem 14. Jahrhundert, erste Reihenhaussiedlung Großbritanniens und die älteste durchgängig bewohnte Straße Europas. Bevor wir nach Cornwall kamen, ging es durch das Dartmoor. Das Dartmoor ist eine Hügellandschaft auf einem etwa 954 km² großen Granitmassiv. Der Dartmoor- Nationalpark soll helfen die Ursprünglichkeit dieser Gegend zu bewahren. Das Land gehört zu großen Teilen dem Herzog von Cornwall, das heißt momentan dem britischen Thronfolger Prinz Charles. Charakteristisch für das Dartmoor sind alte Steinkreise, Tors und die Clapper Bridges aus dünnen Granitplatten.

Das kleine Fischerdorf Clovelly ist etwas ganz besonders. Es wurde bekannt durch den Roman Westward Ho von Charles Kingsley bekannt. Auch Charles Dickens beschreibt in seinem Buch A message from the sea die raue Gegend um Clovelly. Das Dorf kann man nur zu Fuß besuchen. Es geht über Kopfsteinpflaster sehr steil nach unten zum kleinen Hafen. Das Dorf ist seit 250 Jahren im Privatbesitz der Familie Rous, welche die seit 1988 erhobenen Eintrittsgelder nutzt, um das Dorf zu erhalten. Es war schon nicht ohne darunter, aber man muss ja auch wieder hoch. Zum Glück gibt es unten am Hafen ein Hotel mit Pub. Ein kühles Bier war unausweichlich. Das Dorf ist eine Augenweide, alles sehr liebevoll hergerichtet und gepflegt.

Cornish Coast

Hatten wir bis jetzt schönes und vorallen trockenes Wetter in England, wollte uns Cornwall am ersten Tag gleich mal zeigen, es geht auch anders. Unser Ausgangspunkt war Newquay, unser Hotel lag direkt am Surferstrand Fistral Beach. Eine wunderbare Aussicht schon beim Frühstück, es war auch noch trocken, aber die Wetter App sagte Regen voraus und der Himmel sah auch schon danach aus. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, es ging trotzdem los. St. Michaels Mount war das erste Ziel. Die Gezeiteninsel ist das Gegenstück zum Mount Saint Michel in Frankreich, aber bei weiten nicht so überlaufen. Bei Ebbe kann man die Insel über einen Weg erreichen. Als wir ankamen, war noch Hochwasser, aber zurückgehendes und es regnete in Strömen. Ab in den Pub und einen heißen Tee trinken. Der Weg war frei und man hätte zur Insel laufen können, nur der Regen und der Wind waren so eklig, da hätte ich auch schwimmen können und wäre genau so naß gewesen. Wir ließen es sein und fuhren weiter zum Land End, jener westlichen Spitze von England. Der Regen hörte nicht auf. Angekommen am Land End war das Land auch zu Ende und die Sicht auch gleich mit. Fotografieren war sinnlos, der Wind pfiff dermaßen, das die Linse sofort naß war. Ich hatte mich auf diese Location gefreut, gibt es dort doch ein schönes Felsentor und Steilküste. Es war nicht unser Tag. Weiter ging es nach St. Ives, der beliebte Ferienort und Künstlerkolonie, auch bekannt aus manchen Rosamunde Pilcher Film. Es hatte doch tatsächlich aufgehört zu regnen und so war der Stadtbummel doch noch recht angenehm.

Der nächste Tag war vom Wetter her, wie ausgewechselt, blauer Himmel und Sonne pur. Mir hätte schon kein Regen gelangt, denn der Himmel sah immer spektakulär aus, aber so ganz blau? Aber mein Motto: Nimms wie es kommt! Es ging nach Tintagel. Was ist Tintagel? Es ist erstmal ein Ort an der Küste von Cornwall. Alle fahren aber wegen Tintagel Castle dahin. Das Castle liegt auf einer kleinen vorgelagerten Insel, die nur mit einem schmalen Grad mit dem Festland verbunden ist. Der Sage nach soll dort King Arthur gezeugt wurden sein. Vom Ort geht es zu Fuß oder per Land Rover Devender hinunter zum Meer. Über schmale Stege und Wege kann man die Burg erreichen. In der Bucht befindet sich Merlin's Cave direkt unter Tintagel Castle. Bei Niedrigwasser und etwas Kletterkunst kann man durch die Höhle die andere Bucht erreichen. Am Strand und in der Bucht findet man schöne Fotomotive, so z.B. einen Wasserfall, es ist aber auch immer etwas los.

Lanhyderock House ist ein typisches engliches Herrenhaus mit einem typischen englichen Garten. Wir waren zeitig da und konnten fast ungestört diese Blütenpracht genießen. Schon allein der engliche Rasen ist eine Augenweide. Das feuchte, gemäßigte Klima läßt die Pflanzen in voller Pracht erscheinen. Ein Ort zum genießen und entspannen. Am Nachmittag fuhren wir noch nach Polperro einen Fischerdorf an der Südküste von Cornwall. Der Ort hat einen schönen dicht umbauten Fischerhafen und ist bekannt durch seine ehemaligen Schmuggler. Dies kann man im Schmuggler-Museum besichtigen.

Jeden Abend machte ich mich, mit meiner Kamera, an den Fistral Beach in Newquay. Der Sonnenuntergang war immer der Tagesabschluss und ließ mich einfach entspannen. In Cornwall könnte man wahrscheinlich an jeden Küstenabschnitt wunderbare Momente erleben und im Bild festhalten, die Landschaft ist einfach herrlich. Aber jede Reise geht mal zu Ende und so ging es wieder nach Dover, mit der Fähre nach Dünkirchen, zur Zwischenübernachtung in Lille und zurück nach Sachsen.

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