IRLAND DIE GRÜNE INSEL

WiLD ATLANTIC Way

Felsig | Abgeschieden | Wild | Romantisch

War das wirklich Irland? Dublin Airport, 12:30 Uhr, 28°C

 

Was für ein Wetterchen. Vom Flughafen ging es direkt ins Hotel, welches direkt in der Innenstadt lag. Unterwegs konnte man schon erste Eindrücke der irischen Hauptstadt aufnehmen, viel los hier. In den Vororten waren die Leute unterwegs zu einem Spiel der Dublin GAA in Gaelic Football. Das ist eine Sportart, die Elemente des Fußball und Rugby aufweist und hauptsächlich in Irland ausgeübt wird, wo es neben Hurling eine der populärsten einheimischen Sportarten ist. Nach einer kurzen Erfrischung und Ruhepause im Hotel machten wir uns auf in die Stadt. Dublin war voll von Studenten und Touristen, aber es ging ziemlich entspannt zu. Wir liefen ohne bestimmtes Ziel durch die Straßen und schauten uns erstmal um. Das warme Wetter und die Lauferei machten durstig und was trinkt man in Irland, ein Guinness. In Temple Bar reiht sich Pub an Pub und überall wird musiziert. Dublin’s  lebhaftes Viertel ist natürlich auch stark besucht und immer etwas überfüllt. Das kühle Guinness war eine Wohltat und wir lauschten der Folkmusik. Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour mit einem City-Bus geplant. Wir wollten an verschieden Location aussteigen und dann weiterfahren. Hinauf auf das Sonnendeck, denn ich erhoffte mir von da einige Schnappschüsse beim Fahren durch die Stadt. Die Sonne meinte es weiterhin gut. Wir sahen alle Sehenswürdigkeiten der Stadt. Machten halt an der Jameson Distillery, welche heute eher ein Museum ist. Der Jameson wird in Midleton gebrannt. Am Guinness Storehouse haben wir den Bus nicht verlassen, die Menschenmassen schreckten uns doch etwas ab. Wir besichtigten noch den Phoenix-Park und das Trinity College mit dem Long Room und dem Book of Kells. Natürlich gab es nach dieser Tagestour wieder ein Guinnes und irische Musik in Temple Bar. Wir waren jetzt eingestimmt auf Irland, nur das Wetter war noch gar nicht so typisch irisch.

 

Von Dublin fuhren wir erstmal nach Nordirland. Was ich da erlebt habe, könnt ihr HIER lesen. Bei Londonderry verließen wir wieder Nordirland und reisten in die Republik Irland ein, genau so unkompliziert. Es ging auf eine landschaftliche Erhebung hinauf, von da sollte man einen herrlichen Blick über die Gegend haben. So war es dann auch. Es hatte kurz vorher geregnet und danach ist die Luft so klar, dass wir bis zum Drongawn Lough schauen konnten. Wir befanden uns übrigens am Grianan of Aileach, einem alten Steinfort. Nach der Übernachtung im Norden ging es in den Glenveagh National Park. Der Park liegt in County Donegal und ist der größte in Irland. Die Landschaft erinnerte mich stark an Schottland. Wir fuhren zum Lough Veagh, dort befindet sich das Glenveagh Castle mit einem typischen Schlossgarten. Donegal war unser nächster Stop, der leider ins Wasser fiel. Es schüttete aus Eimern, also hielten wir uns nicht lang auf und machten einen Abstecher auf die Halbinsel Mullaghmore. Die Halbinsel ist ein Urlaubsparadies für Surfer und Wassersportler. Auf der Nordostseite befindet sich ein riesiger Sandstrand. Fährt man auf die gegenüberliegende Seite hat man die raue Atlantikküste vor sich. Von Wind und Wasser geformte Küstenabschnitte, Felsen die das Wetter geformt hat. Das waren herrliche Fotomotive für mich, nur der Atlantik zeigte sich eher ruhig. Nach diesen wunderbaren Eindrücken ging es nach Sligo zur nächsten Übernachtung. Mit einem Blick auf den Ben Bulben starteten wir am nächsten Tag von Sligo aus. Der Ben Bulben ist Irlands bekanntester Tafelberg und Wahrzeichen der Region. Das erste Tagesziel war das kleine Dorf Cong. Cong ist bekannt durch die Ruine der Cong Abby. Weiter ging es in Richtung Calway Bay, eine riesige Bucht, an welcher die gleichnamige Stadt Calway liegt. Unser nächster Stop. In Galway ist viel los, Studenten, Touristen und an jeder Ecke Straßenmusiker. Irland und Musik gehören einfach zusammen. In der Fußgängerzone bilden sich überall Menschentrauben und in deren Mitte stehen Musiker. Solokünstler bis komplette Bands, jung bis alt, jede Art von Musik wird dort dargeboten. Und es lohnt sich dort zu verweilen, denn was da geboten wird, ist oft hörenswert und auch sehenswert. In Galway habe ich auch mein bestes Eis bis jetzt gegessen. Wir kamen an einer typischen Eisdiele vorbei und das Eis sah einfach lecker aus. Also rein und erstmal minutenlang die Sorten studieren. Die Entscheidung fiel auf After Eight. Der Eislöffel glitt durch eine dicke Schicht dunkler Schokolade um dann an das Eis zu gelangen. Ja was soll ich sagen, schon durch dieses Eis, wird mir Galway immer in Erinnerung bleiben.  Wir hatten in der Nähe von Galway übernachtet und fuhren immer weiter Richtung Süden, immer entlang am Wild Atlantik Way. Wir hielten an einigen alten Ruinen von Klostern, Kirchen oder Burgen. Machten einige Fotos und weiter ging es. Dann kamen wir in das Gebiet des Burren. Der Burren ist eine Karstlandschaft im Nordwesten des County Clare. Die Oberfläche des Burren ist durch etwa knietiefe Karren in rechteckige Felder gegliedert. Sie wurden durch Oberflächenwasser gebildet, das sich noch immer nach stärkeren Regenfällen in Turloughs sammelt. Auch horizontal haben sich die Platten durch Klüftung, die Clints, voneinander getrennt. Beim Lauf über das Plateau knackt etwa jede 25. Platte, weil sie sich von ihrer Auflage gelöst hat. Die losen Kalksteinplatten haben Stärken zwischen 15 und 25 cm und wurden beim Bau der älteren Steindenkmäler verwendet. Wir hielten an einer typischen Stelle und wollten an die Klippen laufen. Man muss schon verdammt aufpassen, dass man nicht in so einer Spalte mit dem Fuß umknickt. Zwischen den Platten wachsen vereinzelt Gräser, Moose und auch mal ein paar Blümchen. Das ganz sieht schon speziell aus. Vorn an den Klippen angekommen, waren sie wieder meine Fotomotive, von Wind und Wasser geformte Steilküste. Der Atlantik klatschte an die Felsen und bot einem, eine kleine Vorstellung, was hier bei Sturm abgeht.

 

Es sind nicht die höchsten Klippen, aber wohl die schönsten in Irland. Oder besser gesagt, man hat einen guten Blick den Klippen entlang. Der gute Blick machte mir etwas Sorgen. Das Wetter halt typisch irisch, bewölkt, kurze Regenschauer aber alles zog schnell auf und auch wieder ab. Nur die Wolken wollten keine rechten Lücken bilden. Aber die Cliffs of Moher waren fest eingeplant. So wahrscheinlich auch bei jeden anderen Irlandtourist. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, hatte ich schon so meine Zweifel mit dem guten Blick zu den Klippen. Eine andere Sache könnte auch einen Strich durch die Rechnung machen, Seenebel. Schon bei der Anreise zu den Cliffs hatte ich gesehen, dass man auf den Atlantik kaum blicken konnte. Bei der Ankunft war die Luft über den Klippen ziemlich klar und so entschieden wir uns, direkt zu den Klippen zu gehen. Menschenmassen die Treppen rauf, Menschenmassen die Treppen runter. Man kann sich nun darüber aufregen, aber man ist ja selbst Teil dieser Touristenmassen. Ich sehe das immer etwas gelassen, wenn es einigermaßen geordnet zu geht und nicht alles wild durch die Gegend trampelt. So gab es auch ohne Mühe einen schönen Platz mit perfekten Blick auf die Cliffs of Moher. Schon beeindruckend. Die ersten Aufnahmen waren im Kasten. Vom Atlantik her wurde es immer trüber, der Seenebel zog direkt auf die Klippen zu. Innerhalb einer Viertelstunde war alles verschwunden, man konnte noch 10m schauen, begleitet von leichten Sprühregen. Das Ganze dauerte 10 Minuten und danach kam sogar etwas die Sonne heraus und weitere schöne Aufnahmen gelangen. Wir genossen noch etwas die Aussicht, eh es weiter ging nach Killarney. Das war unser Ausgangs- und Ankunftspunkt für die nächste Tagestour. Einmal den Ring of Kerry befahren. Die Halbinsel Iveragh bietet landschaftlich alles, was Irland so ausmacht. Viel Grün, Steilküste, Berge und Seen, Sandstrände, Wasserfälle und eine Ringstraße mit spektakulären Verlauf und Ausblicken. Wir blickten zur Dingle Halbinsel, hielten in Waterville, wo auch Charlie Chaplin urlaubte, tranken Irish Coffee im Pub und staunten am Ladies View über diese wunderbare Aussicht. Zum Ende dieser Tagestour besuchten wir noch Muckross House und kehrten am Abend nach Killarney zurück. Dann hieß es auch schon fast wieder Abschied nehmen von Irland. Auf der Fahrt nach Dublin machten wir noch Stop am Rock of Cashel. Der Rock of Cashel liegt im County Tipperary und ist ein Monument irischer Geschichte. Er gilt als irisches Wahrzeichen.  Das Fazit von Irland: Ein Land mit einer alten Geschichte und einer spektakulären Landschaft. Man könnte an der Atlantikküste an jeder Bucht oder Steilküste anhalten, alles wirkt faszinierend. Für Fotografen ein Paradies, nur das Wetter macht, was es will. Aber genau das gehört zu Irland.