AUF DER CAUSEWAY COSTAL ROUTE DURCH DIE GRAFSCHAFT ANTRIM

ABENTEUER NORDIRLAND

HIGHLIGHT GAINT'S CAUSEWAY

Was hat dieses Land schon hinter sich und was noch vor sich? Es gab bewegte Zeiten in Nordirland, der Nordirlandkonflikt ist noch nicht so lang her, begibt sich dieses Land in den letzten Jahren wieder in ruhigere Zeiten. Doch wird es so bleiben? Auf jedenfall ist Nordirland landschaftlich eine Reise wert. Wir waren einige Tage in Dublin, bevor wir nach Belfast aufbrachen. Die beiden größten irischen Städte sind mit einer Autobahn verbunden und man reist komplikationslos nach Nordirland ein. Übersieht man das Schild an der Autobahn " Welcome to Northern Ireland", bekommt man es erstmal gar nicht mit. Bis zum Friedensabkommen 1998 gab es hier Grenzkontrollen, scharfe Kontrollen, ähnlich derer an der innerdeutschen Grenze. Aber schaut man dann genauer, sieht man in Ortschaften den Union Jack wehen und die Währung ist Pfund. Wir fuhren direkt nach Belfast, unserer Ziel war das Titanic-Museum. Doch vorher kamen wir an der Geschichte dieses Landes nicht vorbei. Ich möchte jetzt hier nicht die ganze Chronik des Konfliktes beschreiben, das kann man an anderer Stelle nachlesen, aber ganz ohne geht es doch nicht. Gerade in Belfast kommt man da kaum vorbei. Bei der Fahrt durch Belfast sahen wir Stadtviertel da wehte die Irische Flagge und in anderen die Britische. Es gibt sie immer noch, diese strickte Trennung, aber man respektiert sich. Belfast war immer eine Arbeiterstadt, Schiffswert und Fabriken bestimmten das Stadtbild, typisch britische Arbeitervororte und Siedlungen. Belfast hat unter den Troubles, wie der Konflikt auch genannt wurde, besonders gelitten. Durch die gewaltsamen Auseinandersetzungen von irischen Katholiken und britischen Protestanten wollte niemand mehr in diese Stadt investieren. Große Konzerne machten einen Bogen um Belfast oder verschwanden ganz. Belfast war eine tote Sadt, wo eigentlich Krieg herrschte. Dies sieht man der Stadt auch heute noch an, aber Belfast kommt wieder auf die Beine seit dem Karfreitagsabkommen 1998. Wir fuhren zuerst in eines der Arbeiterviertel und sahen uns die Absperrzäune und Mauern an. Hinter diesen hatte man die Irren eingesperrt und meinte so Herr der Lage zu werden. Gab es Stress wurden ganze Straßenzüge abgesperrt. Ein etwas bedrückendes Gefühl machte sich breit, erinnerte mich das doch stark an Berlin. Die Wände sind mittlerweile mit Graffiti besprüht, echte Kunstwerke sind dabei, die politischen Aussagen waren früher härter, heute setzt man auf Frieden, denn nichts mehr als dies, will man in Nordirland haben. Wir schauten uns die Graffitibilder an und versuchten die Botschaften zu verstehen. Nach soviel Geschichte wollten wir uns der Gegenwart von Belfast widmen und fuhren in die Innenstadt. Doch auch da holte uns der Nordirlandkonflikt direkt ein. Wir kamen am Hotel Europa vorbei, welches während der Troubles das Hotel mit den meisten Bombenanschlägen in Europa war. Doch davon spürt man nichts mehr, die Stadt ist modern geworden, Einkaufstraßen, alle bekannten Ladenketten und ein pulsierendes Leben. Im Garten der City Hall liegen die Menschen auf der Wiese und genießen das schöne Wetter, ja wir hatten fast schon ungewöhnlich warme Temperaturen. Links der City Hall findet man das Titanic Memorial Garden, eine Statue die an die ertrunkenen Seeleute und Passagiere der Titanic erinnert. Die Titanic wurde in Belfast gebaut und man ist sehr stolz darauf. Als in Belfast noch die Wirtschaft boomte und die Werften auf Hochbetrieb liefen. Die Titanic wurde bei Harland & Wolff Ldt. gebaut. Genau an dieser Stelle, wo das Trockendock der Titanic lag, hat man 2012 ein Museum eröffnet, welches sich der Geschichte der Titanic, von der Werft bis zum Untergang widmet. Das Museum ist sehr interaktiv und auf jedenfall einen Besuch wert. Ich war sehr beeindruckt und habe vieles erfahren. Nach diesem Tag, in einer Stadt mit soviel Information, musste eine Stärkung und ein Bett her, bevor es am nächsten Tag weiter ging.

Entlang der Nordküste der irischen Insel, der Antrim Coast, ging unsere Reise. Das Wetter hatte sich geändert, es hatte in der Nacht gewittert und das Wetter war jetzt etwas neblig und bewölkt, irisch eben. Wir hielten an der Stelle, wo Irland und Schottland am engsten beisammen liegen. Bei klarer Sicht kann man Schottland sehen, naja das war heute nicht möglich. Es ging immer an der Küste entlang, Steilküste und weite Strände wechselten sich ab. Wir hielten oberhalb des Basaltstock Carrick-a-Rede mit seiner spektakulären Brücke und fuhren dann zum Highlight der Antrim Coast, dem Gaint's Causeway. Er besteht aus über 40.000 Basaltsäule und führt etwa 5km entlang der Klippen und endet im Meer. Leider ist diese Attraktion auch ein Touristenmagnet und man kann sich auf den Basaltsäulen freibewegen, was für ein Gewussel. Da hätte man eine andere Zeit wählen sollen, fotografieren ohne das mir Personen durch das Bild liefen, war fast nicht möglich.

Wir fuhren weiter Richtung Westen, hielten immer wieder an um die Landschaft zu bestaunen und schoßen Fotos. Unser Ziel war Londonderry, oder Derry, wie es bei den Katholiken konsequent genannt wird. Als trauriger Höhepunkt der "Troubles" gilt der 30. Januar 1972. An jenem Sonntag, der als "Bloody Sunday" Eingang in die Geschichtsbücher finden sollte, erschossen bei einer friedlichen Demonstration britische Fallschirmjäger 13 unbewaffnete Katholiken. Ein folgenschweres Ereignis, das Straßenschlachten und Bombenanschläge in ganz Nordirland zur Folge hatte und die IRA zu neuem Leben erweckte. Viele, viele Tote, unzählige Schießereien und Bombenattentate, aber auch Hausdurchsuchungen und eine Welle von Verhaftungen brachten fortan Londonderry eine traurige Berühmtheit. Da war sie wieder die Vergangenheit, aber auch in Londonderry schaut man nach vorn. Mittlerweile wächst die Touristenzahl stetig und man kann wunderschön auf der alten Stadtmauer entlang laufen und auf die Stadt blicken. In Derry findet man viele Graffiti an Ausgiebel, so auch das der Schülerin, Annette McGavigan, die 1971 mit 14 Jahren als 100. ziviles Opfer von britischen Soldaten in der Bogside erschossen wurde.

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