Im Glas einen guten Scotch Single Malt, ein Bildband von Schottland in der Hand und Sehnsucht nach diesen Land. So saß ich einige Abend zu Hause und träumte von einer Reise. Im Jahr 2015 war es dann endlich soweit. Rechtzeitig gebucht, hatte ich viel Zeit mich auf dieses Land vorzubereiten und die Vorfreude stieg ständig an, bis es im Juli dann endlich los ging.

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MYSTISCHES SCHOTTLAND

SLÀINTE

Im Juli nach Schottland ist keine Sommertour im eigentlichen Sinne. Das mussten wir schon in New Castle erfahren. Waren beim Ablegen der Fähre in Amsterdam noch 25°C und blauer Himmel, sah dies am anderen Morgen komplett anders aus, 14°C Regen und Wind empfingen uns auf der Britischen Insel. Aber dem Wetter nach, konnte Schottland nicht mehr weit sein. Wir direkt nach Glasgow um von da am nächsten Tag die erste Tour zu starten. Das Wetter immer noch, wie man sich es immer vorgestellt hat, die Wolken hingen tief, aber kein Regen. Am Loch Lommond machten wir den ersten Fotostop bevor es weiter zum Rannoch Moor ging. Etwas Sorge machte sich breit bei mir, das Wetter will mir doch nicht etwa die Fotos vermiesen. Aber meine Sorge war unbegründet, so ist halt Schottland. Vom Rannoch Moor fuhren wir ins Tal der Tränen, Glen Coe. Viele Fotostopps sorgten für Gänsehautmomente. Was für eine Landschaft, was für ein Wetter und ich war mittendrin. In der Ortschaft Glen Coe gab es erstmal eine Stärkung und die ersten Eindrücke konnten verarbeitet werden, danach ging es weiter nach Oban. Dort betrat ich meine erste Whisky-Distillery, für eine ausgiebige Führung blieb leider keine Zeit. Wir fuhren weiter durch die westlichen Highlands und am Abend zurück nach Glasgow. Die erste Tour hatte mich schon total begeistert, eine der schönsten Landschaften Schottlands hatten wir durchfahren. Aber Schottland hat noch mehr zubieten. Heute sollte es in eine Distillery gehen, mit Führung und Verkostung, die Vorfreude war riesengroß. Doch bevor es soweit war, machten wir noch in Stirling halt und erkundeten das berühmte Castle. Nach dem Mittag ging es weiter nach Pitlochry. In Pitlochry befinden sich zwei Distillerien, etwas außerhalb Edradour und direkt am Ortseingang Blair Athol. Wir hatten eine Führung bei Blair Athol gebucht und wurden dort in die Kunst der Whiskyherstellung eingewiesen. Nach der Verkostung und dem unausweichlichen Kauf einer Flasche fuhren wir weiter durch die Highlands und erreichten am Abend Newtonmore, ein kleiner Ort und ein very britisches Hotel. Und dann war es soweit, es gab Haggis. Haggis dieses Kleingehackte aus Schafsinnerein, gekocht im Schafsmagen. Ja ich habs gegessen und muss sagen, es hat doch gar nicht schlecht geschmeckt. Danach einen Scotch und alles ist im Einklang. Am nächsten Tag fuhren wir in Richtung Inverness und weiter zum Fort George, welches am Moray Firth liegt. Eine riesige Festungsanlage, die heute noch militärisch genutzt wird. Direkt hinter Inverness beginnt das Great Glen, das große Tal. Im Great Glen befinden sich drei Seen, einer der bekanntesten ist sicherlich der Loch Ness. Doch auf Ungeheuerjagd wollten wir uns nicht begeben. Wir entschieden uns für eine Bootstour bis zum Urquhart Castle. Am Loch Ness erlebte ich erstmals in Schottland, dass es auch sowas wie Touristen-Hotspots gibt. Vorallen die Asiaten waren dort zahlreich vertreten. Aber vom Boot aus konnte ich gute Fotos schießen, zumal sich eine neue Regenfront spektakulär zusammenbraute. Über den Ort Fort Augustus, mit seinen Schleusen kehrten wir nach Newtonmore zurück. Gairgorm National Park ist ein Gebiet in der Mitte Schottlands und ist sehr dünn besiedelt. Heute ließ sich die Sonne das erstemal über längere Zeit blicken. Es ist in Schottland mit dem Wetter nicht ganz einfach. Die Wolken ziehen schnell über die Insel. 10 Minuten Regen, 10 Minuten Sonne usw. Das bringt natürlich wunderbare Lichtsituationen hervor und ist für uns Fotografen ideal. Wir fuhren also durch den National Park und gennossen bei zahlreichen Fotostopps die herrliche Landschaft bei besten Wetter. Die Gebirgskette der Grampian Mountians zieht sich durch den National Park und bildet ein imposantes Panorama. Wir machten an einem alten Castle halt, dem Corgarff Castle. Dort konnte man die alten Soldatenunterkünfte besichtigen und es gab eine alte Schwarzbrennerei zu sehen. Weiter ging es nach Braemar, bekannt durch die Highlandgames, die auch die Queen regelmäßig besucht. Nach soviel Natur und Landschaft wurde es Zeit für die schottische Hauptstadt. Doch bevor wir Edingburgh erreichten machten wir am Firth of Forth halt. Über den Firth of Forth führt eine der spektakulärsten Brücken Schottlands, die Eisenbahnbrücke Forth Bridge. Die Auslegerbrücke hatte bei ihrer Eröffnung 1890 die größte Spannweite aller Brücken weltweit. Diesen Rekord musste sie 1919 an die Québec-Brücke abtreten. Über den Firth of Forth führt auch noch die Straßenbrücke Forth Road Bridge und damals befand sich die mittlerweile 3. Brücke, die Queensferry Crossing noch im Bau. Nach soviel Brücken ging es erstmal in die Unterkunft, etwas außerhalb von Edinburgh.

Ich nehm es gleich vorweg, Edinburgh hat mich total beeindruckt und zählt seitdem zu meinen europäischen Lieblingsstädten. Wenn du auf dem Calton Hill stehst und über die Stadt in Richtung Edinburgh Castle schaust, kannst du mich vielleicht verstehen. Edinburgh ist auf zahlreichen Hügeln erbaut und gibt ein etwas verwirrendes Stadtbild ab. Haben Häuser auf der einen Straßenseite 3 Stockwerke, so können es auf der anderen Seite auch mal bis 11 sein. Die Altstadt erstreckt sich zwischen Castle und Holyrood Palace und man kann diesen Weg auf der Royal Mile entlang gehen. Edinburgh hat aber auch eine Neustadt, das georgianische New Town beginnt mit der Princess Street und wurde im 18. Jahrhundert angelegt. Ein weiteres Muss ist der Blick vom Arthur's Seat auf die Stadt. Edinburgh ist zwar baulich eher eine alte Stadt, aber die Menschen sind das ganze Gegenteil. Wir fuhren erstmal etwas durch die Stadt und ließen sie auf uns wirken. Der erste Stop war am Calton Hill mit dem Blick über die Stadt und zur anderen Seite über den Forth of Firth. Weiter ging es zum Holyrood Palace, wo auch die Queen residiert. Gegenüber liegt das schottische Parlament, welches in einem sehr modernen Gebäude untergebracht ist. Danach fuhren wir auf den Hausberg der Stadt, den Arthur's Seat und wieder ein wunderschöner Blick über die Stadt. Am Edinburgh Castle verließen wir den Bus und machten uns auf den Weg zur Burg. Auf der Esplanade waren schon die Tribünen für das jährliche Military Tattoo aufgebaut. Im Castle liegen die schottischen Kronjuwelen und der Stone of Scone, auf dem die schottischen Könige gekrönt wurden. Die One O’Clock Gun wird täglich, außer sonntags, um Punkt 13 Uhr Ortszeit abgefeuert. Vom Castle hat wiederum einen schönen Blick über die Stadt zum Calton Hill, mit seinen Monumenten. Beim Verlassen der Burg betritt man direkt die Royal Mile, ich kam nicht weit, denn direkt am Anfang befindet sich The Scotch Whisky Experience. Dort bekommt man die Geschichte des schottischen Nationalgetränks dargestellt. Da musste ich rein und hab mir die Nase an den Vitrinen mit alten Whisky platt gedrückt. Wir schlenderten durch die Stadt und sammelten viele Eindrücke, stärkten uns mit Fish & Chips, bevor es am Abend in einen Pub ging und so der Tag in dieser wunderbaren Stadt ausklang.

Und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen von Schottland. Der Weg führte wieder nach New Castle in England. Unterwegs hielten wir noch an der Melrose Abby und Jetburgh Abby, genossen die Landschaft der Borders und machten die letzten Fotos am bekannten Grenzstein. Was von dieser Reise bleibt ist in einem Satz gesagt. Das war die erste Reise nach Schottland, aber nicht die Letzte.